WELT: articolo del 19 ottobre 2007


Der Trevi-Brunnen in leuchtendem Rot
 

Eine der bekanntesten Attraktionen Roms, der Trevi-Brunnen, sieht plötzlich anders aus als gewohnt. Das Wasser in der „Fontana" ist rot eingefärbt. Für die Polizei bedeutet das Arbeit, für die Touristen eine zusätzliche Attraktion. Ein Bekennerschreiben gibt es auch schon.

 

 

Unbekannte haben das Wasser des weltbekannten Trevi-Brunnens in Rom rot gefärbt und den Touristen damit ein außergewöhnliches Bild vor die Kameras gebracht. Nach Angaben der Behörden war ein mit Farbe gefüllter Plastikbehälter in das Wasser des Brunnens im Herzen der italienischen Hauptstadt geworfen worden.


Eine Gruppe „Azione futurista 2007“ (Futuristische Aktion) habe sich in einem Flugblatt zur Tat bekannt und darin auch kritisch auf den „roten Teppich“ des in Rom laufenden Filmfestivals Bezug genommen. „Ihr wolltet nur einen roten Teppich, wir wollen eine Stadt, die ganz in Zinnoberrot getaucht ist“, heißt es auf dem Blatt. „Mit uns wird heute ein neues, gewalttätiges Konzept des Lebens und der Geschichte geboren."


Weiter erklärt die Gruppe: „Die Schlacht gilt dem Frieden und den Stiefelleckern der Mächtigen, den Sklaven des Weltmarktes.“ Die Unterzeichner kündigen zudem an, sie wollten die „graue, bürgerliche Gesellschaft“ durch einen „Triumph der Farben“ überwinden. Die „Randgestalten“ der Gesellschaft, die „Alten, Kranken, Studenten, Arbeiter“ seien unterwegs, um „Euer Grau einzufärben“. Der Name „Azione futurista 2007“ spielt auf die Futuristenbewegung des Jahres 1909 an. Diese hatte eine radikale Erneuerung italienischer Kunst und Literatur verlangt.

In Fellinis „La Dolce Vita“ von 1960 nimmt Anita Ekberg zusammen mit Marcello Mastroianni nachts ein Bad im Trevi-Brunnen - eine der beliebtesten Szenen der Kinogeschichte. Die Fontana di Trevi ist ein Touristenmagnet: Weil es Glück bringen soll, Münzen in das Wasser zu werfen, landen jährlich etwa 200.000 Euro in dem Brunnen. Sie werden regelmäßig herausgefischt und gehören der Denkmalbehörde.

immagine: Macchie di vernice